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Rauhnachtsritual: Brief an die Ahnen

  • Autorenbild: Jolijn van Oers
    Jolijn van Oers
  • 18. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit


An alle, die uns vorgingen,


Wir danken euch, unseren Vorfahren. Ihr habt Wege geebnet, Traditionen wie Yoga weitergegeben und Werte wie Achtsamkeit und Verbundenheit vermittelt. Dank eurer Weisheit und eurem Mut können wir heute in unserer Gemeinschaft wachsen und die Kraft des Yoga erleben.


Im vergangenen Yogaraum-Jahr gab es Abschiede und Herausforderungen, die wir bewältigen konnten und nun gerne zurücklassen möchten. Es gab aber auch Kraft und Energie in unseren Yogaklassen, neue Entwicklungswege in der Akademie sowie entspannte Momente der Achtsamkeit. Vor allem gab es beseelende Begegnungen bei allem, was wir veranstalten durften.


Für 2026 wünschen wir uns, dass unser Yogastudio ein warmer und inspirierender Ort bleibt, an dem sich alle willkommen fühlen und sich in ihrem eigenen Tempo entfalten können. Lasst uns gemeinsam wachsen, Freude teilen und jeden Moment auskosten.


Wir bitten euch, liebe Vorfahren, uns zu inspirieren, uns Kraft zu schenken und uns auf unserem Weg durch das neue Jahr zu begleiten.

 

In Dankbarkeit und Liebe,

Euer Yogaraum



Yule und Rauhnächte

Die Wintersonnenwende und die zwölf mystischen Rauhnächte schenken uns Raum, das alte Jahr abzuschließen, zu reflektieren und uns auf das vorzubereiten, was das kommende Jahr für uns bereithält.

Die zwölf Rauhnächte beginnen an Weihnachten und dauern bis zum Dreikönigstag. Manche Traditionen beziehen jedoch bereits die Wintersonnenwende, Yule, am 21. Dezember mit ein, da der Brauch besagt, dass an diesem kürzesten Tag und der längsten Nacht der Same für das neue Lichtjahr gepflanzt wird.

Die Magie der Rauhnächte greift zurück auf die Zeit, als der Mond unseren Jahresrhythmus vorgab. Ein Mondzyklus umfasst 29,5 Tage – bei den zwölf Zyklen des Mondjahres ergeben sich 354 Tage: Es fehlen also elf Tage und zwölf Nächte, bis auch die Sonne ihre Runde vollendet hat. Dieser Zeitraum steht somit außerhalb der Zeit und die Gesetze der Natur werden außer Kraft gesetzt. Der Schleier, der unsere Welt von der des Feinstofflichen trennt, ist während der magischen Rauhnächte dünner. So entsteht eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft – wie die Stille in der Atempause Ein- und Ausatmung verbindet. Daher spüren wir während der Rauhnächte oft eine tiefere Verbindung zu unseren Ahnen. Wir können sie anrufen und uns ihre Kräfte ausleihen, um das neue Jahr für uns positiv zu gestalten.


Rituale

Es gibt viele Bräuche und Traditionen rund um Yule und die Rauhnächte. Unsere Vorfahren, besonders in ländlichen Gebieten des Bayerischen Waldes und in den Alpen, zogen mit viel Lärm durch die Straßen, um böse Dämonen zu vertreiben. Zudem wurden Haus und Hof vor der Wintersonnenwende aufgeräumt und durch Räucherrituale gereinigt.

Auch heutzutage sind die Rauhnächte eine beliebte Zeit für traditionelle sowie moderne Rauhnachtsrituale. Es wird fleißig geräuchert, Wünsche für das kommende Jahr werden aufgestellt, und manche führen ein Traumtagebuch, da man glaubt, dass Träume in diesen bezaubernden Nächten tatsächlich die Zukunft vorhersagen können.


Dein Brief an die Ahnen

Nutze die Rauhnächte, um zu reflektieren und dich auf das neue Jahr einzustimmen. Dies kannst du wunderbar tun, indem du einen Brief an die Ahnen schreibst. Du kannst diesen Brief gerne in der Stille der Wintersonnenwende (21. Dezember) verfassen oder ihn bis zur ersten Rauhnacht (Heiligabend) schreiben. Vorbereiten: schönes Papier, Briefumschlag, Stift zum Schreiben. Optional: Räucherwerk.


Orientiere dich an den folgenden Fragen:

  • Wofür bist du deinen Vorfahren dankbar?

  • Was möchtest du in 2025 zurücklassen und was nimmst du mit ins neue Jahr? Zum Beispiel Gedanken, Emotionen, konkrete Situationen.

  • Was wünschst du dir für das neue Jahr? Formuliere dies in positiven Sätzen, als wäre dein Wunsch bereits in Erfüllung gegangen: „Im Jahr 2026 bin ich … .“

  • Bitte die Ahnen um ihren Segen und ihre Begleitung für 2026.


Bewahre den Brief während der Rauhnächte in einem Umschlag, vielleicht an einem Rauhnachtsaltar. Du kannst den Brief in der letzten Rauhnacht verbrennen oder ihn behalten und im nächsten Jahr zur Yule-Zeit beim Reflektieren lesen.

 




 

 

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